Die richtige Ausrüstung für die Reisefotografie

Kamera und Objektive

Für viele Reisende ist ein gutes Smartphone ausreichend. Die Bedienung ist in der Regel einfach und unkompliziert. Besonders die modernen Modelle erzeugen Fotos beeindruckender Qualität. Top-Modelle verfügen über mehrere Objektive und machen so die noch vor kurzer Zeit verbreiteten Kompaktkameras überflüssig. Und das Smartphone hat man ja sowieso dabei.

 

Handyfoto in Kuala Lumpur

 

Für Fotografen, denen Smartphones nicht ausreichen, bieten die sogenannten Travelzoom-Kameras oder auch die Bridge-Kameras mehr. Diese Modelle sind natürlich deutlich größer und schwerer als Smartphones. Ihr fest eingebautes Objektiv ist ein Zoom mit großem Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Tele. Bezogen auf das Kleinbildformat bieten sie z.B. einen Zoombereich vom 28 mm bis 300 mm Brennweite und mehr - damit deckt man sehr viele fotografische Situationen ab. Allerdings bieten die meisten dieser Kameras sehr viele Funktionen, weshalb die Bedienung der Kamera nicht mehr intuitiv sein kann. Man sollte sich vor der Reise mit der Kamera vertraut machen und üben, wie man mit íhr am besten fotografiert. Und bei Bridge-Kameras mit sehr großem Zoombereich sollte man bedenken, dass es oft nicht so einfach ist, mit solchen Kameras im extremen Telebereich nicht zu verwackeln. 

Petrona-Towers in Kuala Lumpur / Malaysia

 

Für wirklich ambitionierte Fotografen muss es natürlich eine Kamera mit Wechselobjektiven sein. Dazu zählen Spiegelreflex-Kameras (dSLR = digital Single-Lens Reflex) oder elektronische Systemkameras (EVF = Electronic View Finder). Aber man sollte sich klar machen, dass eine Entscheidung für ein solches System mit deutlich höheren Kosten verbunden ist ... und meist auch mit größerem Gewicht, das mitgeführt werden muss.

Mittlerweile laufen die Systemkameras den traditionellen Spiegelreflex den Rang ab. Da der Spiegel wegfällt, können diese Kameras und auch ihre Objektive deutlich kleiner und leichter gebaut werden als dSLR. Empfehlen kann ich hier z.B. das Micro-Fourthirds-System, für das Olympus und Panasonic Kameras und eine breite Objektivpalette anbieten. Besonders interessant ist es durch Kameras wie die Olympus OM-D E-M1 oder die OM-D E-M5. Diese erstaunlichen Kameras produzieren Bilder einer Qualität, die denen einer APS-C- oder DX-Format-dSLR nicht nachstehen, obwohl ihr Sensor noch ein ganzes Stück kleiner ist. Und gerade bei schlechten Lichtverhältnissen schlagen sie sich außergewöhnlich gut. De Olympus-Modelle bieten einen hervorragenden Bild-Stabilisator, der Aufnahmen 'aus der Hand' auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen möglich macht. Außerdem zeichnen sie sich durch Robustheit und Spritzwasser-Schutz aus, was auf Reisen durchaus Vorteile bieten kann.

One of the Petronas Towers, Kuala Lumpur, at night



Und welche Objektive eignen sich besonders für die Reisefotografie? Es kommt natürlich darauf an, um was für eine Art von Reise es sich handelt. Wer organisiert reist oder mit dem Auto, hat in der Regel kein Transportproblem, d.h. er kann mehr Ausrüstung mitnehmen. Wer dagegen individuell reist und dabei auch landesübliche Verkehrsmittel wie Züge, Busse und Schiffe benutzt, für den spielen Umfang und Gewicht der Ausrüstung eine große Rolle. Vor allem diese reisenden Fotografen müssen sich Gedanken machen, was sie mitnehmen und was nicht. Für sie wird meist ein gutes, robustes Universal-Zoom die erste Wahl sein, ggf. noch ergänzt durch eine Festbrennweite, je nach Interessenschwerpunkt z.B. ein lichtstarkes Normalobjektiv, ein Makro oder ein gutes starkes Weitwinkel.

Was man mitnimmt, ist letztlich davon abhängig, was man vor allem fotografieren möchte. Liegt der Schwerpunkt auf Landschaftsfotografie, sind Weitwinkel - auch stärkere - wichtiger als Tele. Dasselbe gilt für Architektur. Will man dagegen vor allem Menschen und Szenen des täglichen Lebens fotografieren, wird man eher Tele-Brennweiten vorziehen. Und wer Tiere und Vögel fotografieren möchte, benötigt besonders lange Tele-Brennweiten. Nicht zu vergessen den Freund des Kleinen und Kleinsten: Er braucht ein Makroobjektiv.

Je nach Art zu reisen kann auch die Robustheit von Kamera und Objektiven von Belang sein.

 

 

Meine Ausrüstung auf Reisen

Ich möchte auf meinen Reisen meist möglichst universell ausgerüstet sein, aber wenig schleppen. Z.B. auf der Reise Anfang 2015 nach Sulawesi hatte ich die Olympus OM-D E-M1 mit den beiden Zooms m.Zuiko Digital Pro 2,8 14-40 mm und m.Zuiko Digital Pro 2,8 40-150 mm. Damit habe ich, bezogen auf Kleinbildformat, den Brennweitenbereich von 24 bis 300 mm abgedeckt. Zusätzlich habe ich als zweite Kamera eine Olympus PEN E-P5 mitgenommen. Mit den beiden Zooms bin ich in allen Situationen bestens zurecht gekommen. Das für schlechte Lichtverhältnisse noch eingepackte m.Zuiko 1,8 45 mm habe ich so gut wie gar nicht gebraucht.

Mittlerweile habe ich die beiden genannten Zooms verkauft und dafür das m.Zuiko Digital Pro 4 12-100 mm (entspricht KB 24-200 mm) erworben - eine fantastische Linse, die mir die beiden Zooms ersetzt, obwohl sie im Telebereich ein wenig kürzer ist. - Die um eine Blendenstufe geringere Lichtstärke fällt bei meiner Art zu fotografieren nicht ins Gewicht, denn das Zusammenwirken der Bildstabilisatoren in Objektiv und Kamera erlaubt mir handgehaltene Fotos auch bei sehr schlechtem Licht (ich habe schon mit 1/15 Sek. Belichtungszeit unverwackelte Bilder geschossen).

Auf einigen Reisen habe ich eine andere Ausrüstung mitgeführt, weil ich bestimmte Interessen hatte. So z.b. in Thailand 2011, weil ich vorhatte, Khmer-Architektur und Landschaften zu fotografieren. Damals hatte ich noch Nikon dSLR. Also nahm ich neben dem Universalzoom Nikkor 28-300 mm wegen der überragenden Schärfeleistung noch ein Hartblei 2,8 80 mm und ein Zeiss Distagon T* 3,5 18 mm mit (siehe Thailand Süden und Thailand Nordosten). Heute würde ich dafür einige der ziemlich scharfen Olympus-Festbrennweiten einpacken. - Auf der Tansania-Reise 2012 war eine Safari geplant, deshalb habe ich das AF-S Nikkor 2,8 70-200 mm VR II mit Telekonverter TC20E III und das AF-S Nikkor 2,8 24-70 mm sowie zwei  Kameragehäuse eingepackt (Näheres siehe Safari-Fotografie). Auch für die Safari-Fotografie bietet Olympus starke, schnelle Telebrennweiten, die zudem lichtstark sind, so z.B. ein m.Zuiko 4 300 mm.

Ein zweites Kameragehäuse oder eine kleine Kompakte mitzunehmen empfehle ich, weil die primäre Kamera auch mal kaputt oder gar verloren gehen kann. Und wenn man dann keine Alternative hat, steht man dumm da.

 

Zubehör

Ganz wichtig sind das Ladegerät, ggf. Adapter für die Steckdosen des Ziellandes, und ein zweiter Akku. Außerdem reichlich Speicherkarten! Am besten schaut man, wie groß (in Mb) Fotodateien maximaler Qualität und Größe werden, und multipliziert das mit der vermuteten Anzahl Fotos und das nochmal mit mindestens 2. (Beispiel: 1 Foto im Raw-Format hat 15 MB, ich denke, ich mache nur 1.000 Fotos, also incl. Reserve 32 GB. Tatsächlich lehrt die Erfahrung, das ich mindestens doppelt so viele mache, also nehme ich incl. Reserve 64 GB mit.) Wer ganz auf sicher gehen will, nimmt eine weitere Speichermöglichkeit mit, z.B. ein kleines Notebook mit USB-Überspielkabel oder Kartenleser. Damit hat man ein Backup, und man kann auch schon mal Fotos begutachten, ob sie ok sind, und andernfalls vielleicht nochmals schießen.

Zum Transportieren der Ausrüstung haben sich mir die Lowepro Flipside Rucksäcke bewährt. Ich bevorzuge diese Rucksäcke, weil die Ausrüstung auf dem Rücken relativ sicher ist … denn der Reißverschluss zum Öffnen befindet sich auf der zum Rücken gewandten Seite. Erst wenn man den Flipside nach vorne schwingt, hat man Zugriff auf die Ausrüstung. So wird verhindert, dass man im Gedränge durch einen Langfingergriff ein Objektiv los ist. Eine Ausrüstung wie die oben genannte passt in einen Flipside 200, aber besser ist der Flipside 300, weil man darin noch weiteres wie z.B. einen Reiseführer unterbringen kann.

 

Drei wichtige Sätze zum Schluss:

  • Die beste Kamera ist die, die man dabei hat.

  • Die guten Bilder macht der Fotograf, nicht die Kamera.

  • Ein guter Fotograf macht auch mit einer einfachen Kamera gute Bilder.

Weiter geht es mit Hinweisen zu richtigen Kameraeinstellungen auf der Reise.

 


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