Safari - Fotografie 

Erfahrungen und Tipps von einer Reise in Tansania  

Für die Fotografie auf Safaris empfehle ich gute dSLR-Kameras, weil ich meine, dass man selbst mit guten Kompakt- oder Bridge-Kameras schnell an Grenzen stößt (schlechteres Sucherbild, geringere Lichtstärke, Auslöseverzögerung ...).  - Ich selbst bin überzeugter Fan des Nikon-Systems vor allem wegen dessen Robustheit, aber andere große Hersteller wie vor allem Canon bieten Vergleichbares.

Für die Safari-Fotografie sind lange Brennweiten unverzichtbar. Ich hatte mein AF-S Nikkor 2,8 70-200 mm VRII mit dem Telekonverter TC-20E III dabei und habe es meist an der Nikon D300 eingesetzt, sodass ich auf 600 mm Kleinbildäquivalent kam. Das ist schon ganz brauchbar, um formatfüllende Fotos guter Qualität von größeren Tieren hinzubekommen. Lieber hätte ich allerdings das AF-S Nikkor 4,0 200-400 mm gehabt und es mit dem Telekonverter an der D700 eingesetzt, aber dieses sicher einzigartige Objektiv ist mir denn doch zur Zeit ein wenig zu teuer.

An der Nikon D700, die ich auch mitgenommen hatte, hatte ich gleichzeitig das Standardzoom AF-S Nikkor 2,8 24-70 mm z.B. für Situations- und Landschaftsfotos, denn Objektivwechsel sind erstens lästig und zweitens und vor allem durch den oft aufgewirbelten Staub besser zu vermeiden.

Ein Universalzoom wie mein AF-S Nikkor 3,5 - 5,6 28-300 mm VR ist meiner Meinung nach keine wirkliche Alternative für die Fotografie auf einer Safari. Denn zwar ist zumindest mein Exemplar gar nicht schlecht und dazu recht leicht und handlich. Aber wichtiger sind mehr Brennweite (das Universalzoom ist nicht für den Telekonverter geeignet), hohe optische Leistung gerade im Telebereich, Lichtstärke und Robustheit, wie sie eben nur Profi-Objektive bieten. Das Gewicht war auf der Safari weniger ein Problem, da man ja ständig mit dem Jeep unterwegs ist. - Insofern hätte ich vielleicht das Universalzoom noch zusätzlich mitnehmen sollen, denn es gab auch Situationen, in denen ich es vermisst habe (s. unten).

 

Die Situation auf der Safari ist wie folgt: Man fährt mit dem Jeep in geeignete Schuss-Position (muss ggf. mit dem Fahrer abgestimmt werden). Sobald das Fahrzeug steht, muss es nicht selten schnell gehen: Aufstehen, festen Stand in der Dachluke suchen, aufstützen, fokussieren, ruhig abdrücken. Dort, wo wir waren, ist ein Aussteigen aus dem Wagen nicht möglich (was ja auch einleuchtet ...). - Fotos aus dem fahrenden Jeep habe ich versucht. Aber bis auf die der laufenden Hyäne in Ngorongoro-Krater (s.u.) waren alle unscharf. Dafür hatte ich dann eine Menge blauer Flecken.

Bei mir haben sich folgende Einstellungen bewährt:

  • Auslösepriorität

  • Einzelfeld-Schärfemessung

  • ISO-Automatik, längste Belichtungszeit 1/1000 Sekunde

  • Blendenpriorität

Gründe:

  • Auslösepriorität, weil ich lieber ein nicht ganz scharfes Foto eines Löwen habe als keines.   
  • Einzelfeld-Schärfemessung, damit mir keine Grashalme oder sonst etwas im Vordergrund die Schärfe auf dem Löwen dahinter versauen.
  • ISO-Automatik und Belichtungszeit dürften einleuchten - wobei ich nach meinen Erfahrungen z.T. wohl besser auf 1/2000 Sekunde gegangen wäre. 
  • Blendenpriorität, damit ich die Freistellung des Motivs vom Hintergrund unter Kontrolle habe.

Zum Teil habe ich bei sich schnell bewegenden Tieren mit Serienaufnahmen gearbeitet, damit ich die Chancen auf ein scharfes Foto erhöhte.

Ein Bohnensack ist hilfreich, um die Kamera gepolstert aufzustützen. Die Kamera mit dem Standardzoom hatte ich am Nikon Kamerariemen, die für schnelle Schanppschüsse benutzte mit dem Telezoom an einem Sunsniper-Gurt.

Selbstverständlich sollte man reichlich Speicherkarten mit dabei haben. Ein (kleines) Notebook mit hinreichender Festplatten-Kapazität kann nicht nur als Bild-Speicher dienen, sondern auch zum Vorsortieren der Fotos genutzt werden. Man muss sich damit nicht die Abende verderben, aber man kann z.B. den langen Rückflug sinnvoll nutzen.

Da es in den Nationalparks oft nicht möglich ist, Akkus aufzuladen, sollte man genügend Ersatzakkus mitnehmen. Einige Jeeps bieten die Möglichkeit, während der Fahrt die Akkus zu laden. - Adapter nicht vergessen! In Tansania ist der dreipolige englische Stecker verbreitet. Adapter kann meist das Hotel in Arusha oder Daressalam besorgen; auch die besseren Lodges können zumindest leihweise aushelfen.

Zum Transport der Ausrüstung hatte ich einen Lowepro Flipside 400 AW mit, in den alles hineinpasste (2 Kamerabodies, das 24-70 und das 70-200 mm, der Telekonverter, ein Zeiss Distagon T* 3,5 18 mm, 4 Akkus, 2 Ladegeräte, etliche Speicherkarten, ein Bohnensack, dazu noch ein iPad und ein Reiseführer - insgesamt knapp 10 kg. So konnte ich auf den Flügen die Fotoausrüstung als Handgepäck transportieren, d.h. sie wurde mir nicht aufs Gewicht meines Gepäcks angerechnet (Achtung: Auf innertansanischen Flügen mit kleineren Maschinen wird bisweilen das Handgepäck mit gewogen!).

 

 

Weitere Anmerkungen zur Fotografie in Tansania

Das Licht ist morgens und nachmittags am schönsten. Mittags ist es oft hart, und die nahezu senkrecht stehende Sonne erzeugt kurze, harte Schatten.

Man sollte im Raw-Format fotografieren, um alle Optionen der Nachbearbeitung zu haben.

Generell ist eine durchdachte Belichtung wichtig, denn bei dem gleißenden Licht können besonders dunkle Gesichter oder Menschen und Tiere im Schatten leicht zu knapp belichtet werden, andererseits sind ausgefressene Lichter in hellen Bildpartien später nicht mehr zu korrigieren. Sehr sinnvoll ist deshalb die Kontrolle der Tonwertkurve. Wenn die Zeit reicht, kann man auch ein Bracketing benutzen (Belichtungsreihen).

Für die Strandfotos benutzte ich neben dem Nikkor 2,8 24-70 mm für Totalen vor allem das 2,8 70-200 mm mit dem Telekonverter TC-20 E III an der Nikon D700. Die damit erreichbaren 400 mm Brennweite erlaubten unbeobachtete Schnappschüsse der spielenden Kinder sowie der Erwachsenen, vor allem der Seetang erntenden Frauen.

Bei Fotos von Menschen ist es natürlich immer die Frage, wie man sich am besten verhält. Nicht jeder mag es in Ordnung finden, unbemerkt Aufnahmen von Menschen zu machen, so wie ich es auf dieser Reise öfters gemacht habe. Mindestens dann aber, wenn man näher an die Menschen herangeht, sollte man immer um Erlaubnis fragen. Dazu muss man die Landessprache nicht beherrschen. Es reichen Gesten. Wird die Erlaubnis nicht erteilt, sollte man dies auch akzeptieren.

Speziell auf dem Markt vermisste ich mein Universalzoom, das ich ja nicht mithatte. Eine schwere Ausrüstung mit Standard- und Telezoom mitschleppen und damit hantieren, ständige Objektivwechsel je nach Motiv - das ist einfach unbequem und unangemessen für solche Marktsituationen, wo man schnell und dabei oft am liebsten unbemerkt fotografieren möchte. So begnügte ich mich im wesentlichen mit dem 1:2,8 24-70 mm Standardzoom an der D700.

Bei längeren Spaziergängen am Strand vermisste ich ebenfalls das Universalzoom, da ich oft keine Lust hatte, bei der großen Hitze mit zwei schweren Objektiven herum zu wuchten. Also nahm ich meist die Kamera mit dem 24-70 mm mit und ließ das Telezoom im Hotel.

Stichwort 'im Hotel lassen': Wertsachen lasse ich nicht im Zimmer, wenn ich nicht darin bin, sondern nehme sie entweder mit oder lege sie in den Safe bzw. gebe sie an der Rezeption ab.

Bei Reisen wie dieser, auf denen ich eine so umfangreiche Ausrüstung mitnehme, schließe ich auch eine Versicherung der Fotoausrüstung ab.

 

 


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